Förderprojekte Ruhrtriennale 2020

Futureland von Lola Arias

Futureland von Lola Arias (Foto: U. Langkafel)

2020 unterstützt der Verein das Projekt Futureland von Lola Arias. Diese Koproduktion der Ruhrtriennale mit dem Maxim Gorki Theater in Berlin ist ein Science-Fiction-Dokumentartheaterstück mit geflüchteten Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren, die alleine aus Afghanistan, Syrien, Somalia, Guinea, Bangladesch nach Deutschland gekommen sind. Im Vordergrund des Projekts stehen dabei nicht deren Fluchtgeschichten und die einzelnen Schicksale, sondern der Aufnahmeprozess: Auf welche Welt treffen die Kinder und Jugendlichen, wenn sie nach Deutschland kommen? Die Produktion reflektiert sowohl die individuellen Hoffnungen und Erwartungen der Jugendlichen als auch ihre Verunsicherung angesichts der gesellschaftlichen Anforderungen.

Festivalpass 2020

Safe Space (Foto: D. Sadrowski)

Außerdem wird das bewährte Förderformat des Festivalpasses fortgeführt, das es ermöglicht, Kinder, Jugendliche, Studierende und Menschen in sozial oder finanziell schwierigen Situationen kostenlos an dem breiten Programm der Ruhrtriennale teilhaben zu lassen.

  • 50 Pässe können an Studierende verlost werden, die damit die Möglichkeit erhalten, beliebig viele Produktionen der Ruhrtriennale kostenlos zu besuchen.
  • Im Rahmen der Aktion „Bring a friend“ können dem Club.Ruhr ebenfalls wieder Tagespässe zur Verfügung gestellt werden. Dadurch wird den Kernmitgliedern des jungen Freundeskreises ermöglicht, gemeinsam mit Freunden kostenlos die Ruhrtriennale zu besuchen, um das Festival und den Club.Ruhr kennenzulernen.

Busfahrten und Kartenpatenschaften für Kinder und Jugendliche aus dem Safe Space

Mit Jugendlichen aus Duisburg-Hochfeld wird vor Ort im Safe Space von der Jungen Triennale die sogenannte Nicht-Konferenz #No fear in here! entwickelt und auf PACT Zollverein auf die Bühne gebracht. Damit die beteiligten Jugendlichen gesammelt vom Probenort in Duisburg zur Generalprobe und Premiere der Nicht-Konferenz nach Essen fahren können, finanziert der Förderverein Busfahrten. Im neuen Projektstandort Safe Space in Duisburg-Hochfeld erforscht die Junge Triennale mit Kindern und Jugendlichen aus der Umgebung deren Zukunftswünsche und die, Frage wie Kunst und Kulturangebote der Zukunft aussehen können. Viele der Jugendlichen und deren Familien, an die sich das Angebot des Safe Space richtet, haben bisher keine Gelegenheit gehabt, die Ruhrtriennale kennenzulernen. Mithilfe des Vereins werden sie eingeladen, das Stück für Kinder und Jugendliche Unterscheidet Euch! im Duisburger Landschaftspark zu besuchen – ermöglicht durch Kartenpatenschaften des Freundeskreises.

Förderprojekte Ruhrtriennale 2019

Ensaio para uma Cartografia von Mónica Calle

Monica Calle (Foto: Laycos

Im Fokus der Förderung 2020 steht die Tanzproduktion Ensaio para uma Cartografia, die in der Gebläsehalle im Landschaftspark Duisburg-Nord zu sehen ist. Mónica Calles Arbeit bringt in einer höchst reduzierten und präzisen Bewegungssprache die emanzipatorische Kraft von zwölf Frauen zur Geltung. Was wir sehen, sind die ausdauernden Tänzerinnen, die darum kämpfen, den Einsatz aller körperlichen Ressourcen immer und immer wieder mühelos aussehen zu lassen. Keine der Frauen ist klassisch ausgebildete Tänzerin oder Musikerin und genau darin besteht ihre Freiheit. Sie konterkarieren ein fortwährendes Feilen an Perfektion und verschieben Grenzen zwischen Musik und Bewegung – ein dringliches Plädoyer dafür, gemeinsam mehr zu wagen.

Festivalpass 2019

The Bees‘ Road (Foto: G. Alon)

 Zusätzlich wird bereits im achten Jahr der Festivalpass realisiert, durch den Menschen die Tür zur Ruhrtriennale geöffnet wird, denen ein Besuch des Festivals sonst nur schwer möglich wäre. Insbesondere für das in arabischer Sprache aufgeführte Stück The Bee’s Road können interessierten Besucher*innen so Freikarten zur Verfügung gestellt werden.

Studierende und andere junge Menschen als Publikum der kommenden Generationen für die Ruhrtriennale zu gewinnen – hierfür leistet der Festivalpass außerdem einen wichtigen Beitrag. Die Unternehmungen des Club.Ruhr und die Verlosung des Festival-Passes bilden ein wichtiges Fundament in der Ansprache des Nachwuchs-Publikums der Ruhrtriennale. 50 glücklichen Gewinner*innen und Club.Ruhr Mitgliedern kann wieder der kostenfreie Besuch der Ruhrtriennale ermöglicht werden.

Förderprojekte Ruhrtriennale 2018

Exodos / EΞΟΔΟΣ von Sasha Waltz & Guests

Sasha Waltz – Exodos (c) C. Saage

Im Rahmen der ersten Spielzeit unter Intendantin Stefanie Carp hat sich der Freundeskreis für die Förderung drei großer Projekte entschieden.
Als erstes Projekt, das der Freundeskreis der Ruhrtriennale finanziell unterstützt, wurde die Produktion Exodos / EΞΟΔΟΣ von Sasha Waltz & Guests mit Musik des Soundwalk Collective ausgewählt.
In Exodos / EΞΟΔΟΣ untersucht Sasha Waltz den kollektiven Körper derer, die ausgehen, um einzutauchen – ineinander, um sich selbst zu entrinnen; die Auswege aus dem materiellen Raum suchen, um in Räume aus Klang und Licht vorzudringen. Die Neukreation von Sasha Waltz knüpft an den existenziellen Themenkreis ihres Vorläuferprojekts Kreatur (2017) an und schreibt dessen Ausdrucksformen fort. Zur Untersuchung kollektiver Dynamiken arbeitet Waltz in Exodos / EΞΟΔΟΣ mit einem immersiven Format: das choreographische Geschehen wird ohne Bühnenabgrenzung entfaltet, um alle Zuschauer*innen zu involvieren – sei es am Rande sich zurückhaltend, sich vortastend oder sich auf die Partizipation einlassend.

Bustransfers für Schüler*innen zur Ruhrtriennale

Theatre Rites: The Welcoming Party (c) Jonathan Kennan

In einem dritten Förderprojekt ermöglichte der Freundeskreis Bustransfers für Schüler*innen zu den Vorstellungen der Produktionen The Welcoming Party der internationalen Theatergruppe Theatre-Rites. Diese kreiert seit mehr als 20 Jahren eindringliche und poetische Theatererlebnisse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Aus einer Verbindung von Performance, Puppenspiel und Installation entstehen – häufig aus erlebten Geschichten – ortsspezifische Aufführungen. The Welcoming Party macht Flucht, Abschied und Ankommen unmittelbar erfahrbar für junge Menschen. Das Stück ist selbst wie eine Odyssee, auf der das Publikum von den Performer*innen durch verschiedene Orte und Stationen geführt wird. Daraus ergeben sich reale Momente und Begegnungen mit Personen, die die jungen Zuschauer*innen begleiten.

Studierenden- und Festivalpass 2018

Als weiteres Förderprojekt wurde der bereits in den Vorjahren erfolgreich umgesetzte Studierendenpass fortgesetzt. Die Ruhrtriennale verloste auch 2018 wieder 50 Festivalpässe an Studierende bis einschließlich 30 Jahren. Seit 2012 finanziert der Verein der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale dieses Angebot, das 50 Studierenden den Besuch aller verfügbaren Veranstaltungen des Festivals bei freiem Eintritt ermöglicht.
Bei der Veranstaltung Ruhrtriennale Speed-Talking kamen geflüchtete Menschen und Menschen aus der Region zusammen, um gemeinsam das Programm der Ruhrtriennale kennenzulernen. Die Teilnehmer*innen konnten durch den vom Förderverein finanzierten Festivalpass ebenfalls kostenfrei Veranstaltungen der Ruhrtriennale besuchen.

Förderprojekte Ruhrtriennale 2017

Theater Rites: The Broke ’n‘ Beat Collective

Theatre Rites: Broke ’n‘ Beat Collective (c) R. Day

2017 wählte der Verein ein Musiktheaterstück für Menschen ab 13 Jahren zum Förderprojekt: The Broke ’n‘ Beat Collective, geschrieben und inszeniert von Sue Buckmaster und Keith Saha. Theater, Poetry-Slam oder Konzert? Vier Ausnahme-KünstlerInnen – ein Breakdancer, ein Beatboxer, ein Puppenspieler und eine Wortakrobatin – haben ihre eigene Kunstform entwickelt, um Geschichten aus dem Leben von Großstadt-Teenagern zu erzählen. Der 70-minütige Live-Gig ist eine Gratwanderung: musikalisch und theatral, bildreich und wortgewaltig, berührend und komisch.
Jugendliche aus Liverpool haben den Künstler*innen einen Einblick in ihr Leben gegeben. Durch diese Begegnungen und einen intensiven Austausch sind die Geschichten und ihre Charaktere für dieses Stück entstanden. Getragen vom Einfallsreichtum der Darsteller*innen, die die Geschichten der Jugendlichen weder verklären noch aufbauschen, ist Broke ’n‘ Beat Collective ein theatrales Kleinod, das von den Children‘s Theatre Reviews zu den 10 besten Kinder- und Jugendtheaterperformances in Großbritannien 2016 gezählt wurde.

Studierendenpass 2017

Auch 2017 wurde mit Hilfe des Fördervereins au0erdem wieder der Studierendenpass verlost, der 50 Gewinner*innen den kostenlosen Besuch der Ruhrtriennale ermöglichte.

Förderprojekte Ruhrtriennale 2016

Sumpfland von Studio ORKA

Studio ORKA: Sumpfland (c) S. Glagla

Das belgische Künstlerkollektiv Studio ORKA hat mit Sumpfland ein Familienstück gezeigt, das von Menschen handelt, die voller Mut und Kraft aufrecht bleiben. Es ging um Trost, und wie man ihn anderen geben kann. Es ging um Träumer. Um frei herumlaufendes Wild und um zu warmes Bier. Und das alles im Nirgendwo zwischen Bottrop und Gladbeck. Der Verein der Freunde und Förderer der Ruhrtriennale unterstützte das Projekt mit 30.000€.
Um Schulen aus sozial schwachen Gegenden den Besuch von Sumpfland zu ermöglichen, hat der Verein außerdem die Busfahrten zu dem Stück gefördert.

Studierendenpass 2016

Durch die Ansprache von zahlreichen Universitäten in Deutschland und den Nachbarländern, konnten die Bewerber*innenzahlen weiter gesteigert werden. 50 Gewinner*innen wurden ausgelost, die alle Veranstaltungen der Ruhrtriennale kostenlos besuchen konnten. Das Feedback der Studierenden war durchweg positiv. Bei gemeinsamen Veranstaltungen mit dem Club.Ruhr, wie z.B. dem Prolog oder der Club.Ruhr-Party kamen die beiden Gruppen in Kontakt, so dass die Studierendenpassgewinner*innen auch im weiteren Verlauf der Ruhrtriennale verbunden blieben.